(Düsseldorf – 01.12.2010)
Das Thema Elektromobilität hat in Düsseldorf in den letzten Wochen und Monaten deutliche Fortschritte gemacht: „Neben einem Autostromtarif, der ab sofort verfügbar ist, haben wir unseren Fahrzeugpool um ein weiteres Auto sowie fünf Elektroroller erweitert. Für diese Fahrzeuge suchen wir Testfahrer, die Erfahrungen damit sammeln. Die Ergebnisse werden wissenschaftlich ausgewertet und sind ein wichtiger Beitrag auf dem Weg, Elektromobilität alltagstauglich zu gestalten. Wichtig hierfür war es, ein sogenanntes ‚Roaming-System‘ zu entwickeln. Erst dieses ermöglicht es Elektromobilisten, E-Tankstellen in verschiedenen Städten zu nutzen. Hier sind wir gerade einen entscheidenden Schritt weiter gekommen“, fasst Dr. Udo Brockmeier, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Düsseldorf, die aktuellen Entwicklungen rund um Elektromobilität bei dem Energieversorger zusammen. In enger Zusammenarbeit stehen die Stadtwerke mit der Landeshauptstadt.
Mit dem Autostrom-Tarif „Naturrheinstrom-mobil“ bieten die Stadtwerke Düsseldorf ein günstiges Ökostrom-Produkt an. Einzige Voraussetzung ist der Nachweis, dass ein E-Fahrzeug (Auto, Roller oder Fahrrad) angeschafft wurde. „Wir wollen dafür sorgen, dass Interessenten möglichst ‚barrierefrei‘ die zukunftsweisende Technik nutzen können. Entscheidend auf dem Weg dorthin ist eine gute E-Ladesäulen-Infrastruktur. Unser Ziel ist es, in den nächsten Wochen 30 Stationen im Stadtgebiet einzurichten“, so Brockmeier weiter. Unterschiedliche Ladesäulensysteme in verschiedenen Städten sollen dabei so konfiguriert werden, dass eine problemlose Nutzung für alle Kunden möglich ist. Dafür wurde das von der niederländischen Firma Logica entwickelte Datenmanagementsystem CIMS (Chargepoint Interactive Management System) von den Stadtwerken Düsseldorf beschafft. Besonderheit dieser Software ist, dass sie mit sogenannten offenen Schnittstellen arbeitet und damit unterschiedliche Säulen integriert werden können.
„Wir freuen uns über die ersten öffentlich zugänglichen Ladesäulen-Standorte bei Düsseldorfer Firmen, so zum Beispiel auf dem Firmengelände von L`Oréal Düsseldorf, vor dem Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen oder bei verschiedenen Parkhausbetreibern rund um die Königsallee. Bisher sind etwa 25 Plätze für Ladesäulen vergeben, weitere Interessenten werden gesucht und können sich bei den Stadtwerken Düsseldorf melden. Unsere Partnerunternehmen im Rahmen des Projekts werden rund 17 weitere Ladesäulen aufstellen“, beschreibt Brockmeier die aktuelle Ladesäulen-Situation.
Alle Düsseldorfer Säulen werden eine aus dem Haushalt bekannte Schuko-Steckdose haben, ergänzt durch einen neu entwickelten siebenpoligen Steckplatz. Damit soll gewährleistet werden, dass alle Fahrzeuge – Autos, Roller, Fahrräder (sog. Pedelecs) und auch Seniorenfahrzeuge – dort aufgeladen werden können. Ein in die meisten Ladesäulen integriertes Display zeigt den Kunden an, wann und wie lange sie getankt haben und welche Mengen Strom in das Fahrzeug flossen. Der Zugang erfolgt über eine sogenannte RFID-Karte, die gegen eine geringe Schutzgebühr bei den Stadtwerken bezogen werden kann. Mindestens bis Ende 2011 wird der Strom kostenfrei abgegeben.
Wer ein E-Fahrzeug testen möchte, kann sich unter www.emobil-nrw.de bewerben. Für einige Tage oder einen Monat stehen die Fahrzeuge Interessierten zur Verfügung. Die Testfahrer werden anschließend vom Wuppertal Institut zu ihren Erfahrungen befragt und die Ergebnisse wissenschaftlich ausgewertet, um so „Kinderkrankheiten“ der Elektromobilität zu ermitteln und alltagsfähige Lösungen zu entwickeln.
Die Kfz-Werkstatt der Tochtergesellschaft AWISTA widmet sich verstärkt dem Thema Elektromobi-lität. Gemeinsam mit dem örtlichen Kfz-Handwerk werden Fortbildungen rund um die Reparatur von E-Fahrzeugen durchgeführt. Die AWISTA baut auch bei allen E-Fahrzeugen der Partner die sogenannten Datenlogger ein, mit denen die Daten für die wissenschaftliche Auswertung gesammelt werden. Außerdem wurde ein Diagnosegerät für Autobatterien angeschafft: Sollten die Batterien nicht mehr die erwartete Leistung erbringen, genügt es eventuell, anstelle der gesamten Batterie einzelne Zellen zu ersetzen.
Die Durchführung von Konferenzen und Vortragsveranstaltungen und die Beratung von Privatpersonen und interessierten Unternehmen in der Region Düsseldorf runden die Aktivitäten im Bereich Elektromobilität ab. 24 Masterstudenten der Hochschule Niederrhein unterstützen die Stadtwerke in der Entwicklung neuer Geschäftsfelder und präsentieren am 6. Dezember ihre Ergebnisse.
Zum Hintergrund: Im März 2010 wurde in der Modellregion Rhein-Ruhr unter der Konsortialführung der Stadtwerke Düsseldorf und mit elf Partnern das Teilprojekt „E-mobil NRW“ gegründet: Neben den Energieversorgungsunternehmen Brühl, Emmerich, Fröndenberg, Hilden, Monheim, Oelde und Schwerte gehören die Lufthansa-Technik AG, die Drive CarSharing GmbH und die Landeshauptstadt Düsseldorf diesem Konsortium an. Wissenschaftlich begleitet wird das zunächst einjährige Pilotprojekt vom Wuppertal Institut. Die Bundesregierung hat bundesweit acht Modellregionen ausgewählt, in denen das Thema „Elektromobilität“ unter verschiedensten Aspekten behandelt wird. Diese Modellregionen sind aus Mitteln des Konjunkturpakets II vom Bundesver-kehrsministerium mit 115 Millionen Euro gefördert und werden von der NOW GmbH koordiniert.